Die Anwendungen von Aikido

Die Anwendungen von Aikido Für den Anfänger ist es von großer Bedeutung zwei typische Abwehrhaltungen in Falle eines Angriffes zu vermeiden:

  • steif und starr zu werden (vom Angriff überrascht zu sein),
  • dem Angriff direkt entgegenzutreten (abblocken).

Der Schüler muss lernen, den Körper frei und sofort, wenn eine Angriffsaktion beobachtet wird, zu bewegen. In dem Moment wo man sich bewegt, ist man entspannt. Wenn der Angriff die Kontaktdistanz erreicht, beginnt das Ausweichmanöver, meistens mit kreisenden Bewegungen. Dort wo noch vor kurzem der Angriffspunkt (z.B. Kopf) des Menschen war, ist jetzt nichts mehr, der Angriff geht ins Leere.

Nun gilt es, den Angreifer aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hat er keinen festen Stand mehr, wird er keinen Widerstand leisten, und man wendet einen Wurf oder Festhaltetechnik an. Wichtig ist, dass der Bewegungsablauf von Anfang bis zum Ende fließt. Durch Innehalten gewinnt der Angreifer die Möglichkeit, einen neuen Angriff zu starten.

Ein weiterer Punkt von großer Wichtigkeit ist die Beurteilung der Distanz. In Aikido beträgt die Distanz ungefähr zwei Armlängen. Bei einer solchen Distanz wird die Situation durch Beobachtung eingeschätzt. Da oft auch Waffen von verschiedener Länge gebraucht werden, muss die Distanz variabel sein und sich den Umständen anpassen.

Eine weitere Fähigkeit, die mit der Einschätzung der Distanz gepaart werden muss, ist die Einschätzung der Geschwindigkeit. Obwohl der Aufprall des Angreifers geschätzt werden muss und dieser in gewisser Hinsicht die möglichen Verteidigungsmanöver diktiert, muss man lernen, seine eigene Bewegungsgeschwindigkeit zu variieren. Oft muss sie sehr viel schneller sein als die des Opponenten. Geschwindigkeit heißt nicht nur Reaktionszeit, sondern auch Fähigkeit, die Distanz zwischen sich und dem Gegner zu verringern oder zu vergrößern.

Ein Teil des Trainings besteht deshalb im Erwerb von Beschleunigungskraft. Außerdem muss man einen Sinn für Zeitberechnung erwerben. Eine gute Zeitberechnung zu besitzen, bedeutet, die Fähigkeit zu haben, seine eigenen Bewegungen mit denen des Partners zu harmonisieren, mit andern Worten auf die Aktionen des anderen in der entsprechenden Weise zu reagieren.

Um die drei Hauptkomponenten Distanz, Geschwindigkeit und Zeitberechnung erfüllen zu können, muss die Körperhaltung des Aikidokas korrekt sein.